Fachschule für Sozialpädagogik - Staatlich anerkannte Erzieherin/Staatlich anerkannter Erzieher

Bildungsziel

In der Fachschule wird in 3 Jahren der Abschluss der schulischen Weiterbildung zur „Staatlich anerkannten Erzieherin“ bzw. zum „Staatlich anerkannten Erzieher“ erreicht. Für Sozialpädagogische Assistenten/-innen wird eine verkürzte Form der Weiterbildung angeboten (Dauer 2 Jahre). Informationen über die Weiterbildung in Teilzeit (Dauer 3,5 Jahre; parallele Berufstätigkeit möglich) finden sich auf einem gesondertem Informationsblatt.

Der Abschluss ermöglicht die selbstständige und eigenverantwortliche Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Tätigkeitsbereiche können z. B. in Kindertagesstätten, in Schule und Hort, in Einrichtungen der Jugendhilfe und Jugendsozialarbeit, in pädagogische Einrichtungen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen, in der Schulsozialarbeit und in pädagogischen Einrichtungen der Gesundheitsförderung liegen.

Neben dem Unterricht in den fachrichtungsbezogenen Lernfeldern wird im fachrichtungsübergreifenden Lernbereich eine Vertiefung der Allgemeinbildung vermittelt. Außerdem kann die Fachhochschulreife durch Teilnahme an zusätzlichem Unterricht erworben werden.

Unterricht

Der Unterricht wird grundsätzlich montags bis freitags von 07:55 Uhr – 14:40 Uhr mit unterschiedlicher Stundenanzahl erteilt. Die Schülerinnen und Schüler erhalten ihre fachpraktische Ausbildung in mindestens zwei unterschiedlichen sozialpädagogischen Arbeitsfeldern (Elementarbereich und Ü6) in sozialpädagogischen Einrichtungen, die insgesamt 1320 Stunden in der dreijährigen Weiterbildung und 720 Stunden in der zweijährigen Weiterbildung umfasst. Diese kann teilweise auch in Ferienzeiten stattfinden.

Die theoretischen Grundlagen werden in folgenden Lernbereichen unterrichtet:

Fachrichtungsbezogener Lernbereich
Berufliche Identität und professionelle Perspektiven weiterentwickeln
Pädagogische Beziehungen gestalten und mit Gruppen pädagogisch arbeiten
Lebenswelten und Diversität wahrnehmen, verstehen und Inklusion fördern
Sozialpädagogische Bildungsarbeit in den Bildungsbereichen professionell gestalten
Erziehungs- und Bildungspartnerschaften mit Eltern und Bezugspersonen gestalten sowie Übergänge unterstützen
Institution und Team entwickeln sowie in Netzwerken kooperieren
Wahlpflichtbereich (u.a. Englisch zum Erwerb der Fachhochschulreife)
Fachrichtungsübergreifender Lernbereich
Deutsch/Kommunikation mit Sprachbildung
Naturwissenschaft und Technik
Wirtschaft/Politik
Mathematik (zusätzlich zum Erwerb der Fachhochschulreife)

Aufnahmebedingungen

In die Fachschule kann aufgenommen werden, wer

Möglichkeit 1: den Mittleren Schulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss und einen Abschluss einer Berufsausbildung nach BBiG oder HwO oder Seemannsgesetz mit erfolgreichem Berufsschulabschluss oder Abschluss einer vergleichbar geregelten Ausbildung nach Bundes- oder Landesrecht besitzt.

Möglichkeit 2: den Mittleren Schulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss und eine einschlägige sozialpädagogische Vollzeitberufstätigkeit von 3 Jahren nachweist.

Möglichkeit 3: die Fachhochschulreife oder das Abitur und ein/-e einschlägige/-s einjährige/-s Praktikum bzw. Berufstätigkeit oder einen Freiwilligendienst nachweist.

Wurde der schulische Abschluss im Ausland erworben, ist der Nachweis deutscher Sprachkenntnisse auf dem Niveau B2 nach dem „Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen: Lernen, lehren, beurteilen (GER)“ vorzulegen.

Bei einer Schulplatzzusage muss zur Einschulung ein aktuelles erweitertes Führungszeugnis beantragt werden, aus dem nicht ersichtlich werden darf, dass der Bewerber für die angestrebte Weiterbildung ungeeignet ist.

Weiterhin ist eine Belehrung nach §43 Infektionsschutzgesetz notwendig, diese kann während der Weiterbildung durchgeführt werden. Die Erstbelehrung muss durch das zuständige Gesundheitsamt erfolgen und ist kostenpflichtig. Nachbelehrungen werden kostenfrei in der Schule durchgeführt.

Aufnahmeverfahren

Bewerbungen für das kommende Schuljahr sind bis zum 28./29. Februar eines jeden Jahres einzureichen. Nachträgliche Bewerbungen werden im Nachrückverfahren berücksichtigt.

Die Anmeldung erfolgt auf Anmeldeformularen, die im Schulsekretariat während der Öffnungszeiten erhältlich sind oder unter www.bs-oldesloe.de heruntergeladen werden können.

Dem Aufnahmeantrag ist beizufügen:

  • ein lückenloser tabellarischer Lebenslauf
  • beglaubigte Kopie des Abschlusszeugnisses über mindestens den Mittleren Schulabschluss oder einen vergleichbaren Abschluss
  • beglaubigte Kopie des Abschluss- bzw. aktuellen Halbjahreszeugnisses der Berufsausbildung nach BBiG, HwO, Seemannsgesetz oder einer vergleichbar geregelten Ausbildung nach Bundes- oder Landesrecht
  • beglaubigte Kopie des Abschlusszeugnisses der Berufsschule (falls vorhanden)
  • Nachweise über einschlägige sozialpädagogische Praktika, Vollzeitberufstätigkeiten oder Freiwilligendienste

Nachweise über die Ableistung eines Freiwilligen Sozialen Jahres/Bundesfreiwilligendienstes von mindestens 12 Monaten Dauer, eines sonstigen einschlägigen Praktikums von mindestens 6 Monaten Dauer oder Bescheinigungen über einschlägige Berufstätigkeiten von mindestens 3 Jahren Dauer oder sonstige Berufstätigkeiten von mindestens 5 Jahren Dauer können die Aufnahmechancen erhöhen.

Wenn keine deutschen Schulzeugnisse vorgelegt werden können, muss eine Anerkennung der Zeugnisse eines deutschen Kultusministeriums sowie ein Nachweis über ausreichende deutsche Sprachkenntnisse auf dem Niveau B2 nach dem „Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen: Lernen, lehren, beurteilen (GER)“ beigefügt werden. Auf www.bs-oldesloe.de finden Sie Hinweise für Bewerber/-innen, die ihren Schulabschluss im Ausland erworben haben.

Gehen mehr Anträge ein als Plätze vorhanden sind, wird eine Auswahl aufgrund der Notensumme aus den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik, Wirtschaft/Politik und Naturwissenschaft oder artverwandter Fächer getroffen. Für den verkürzten Bildungsgang wird eine Notensumme aus Lernfeldern und Fächern der Ausbildung zum/zur Staatlich geprüften Sozialpädagogischen Assistenten/-in gebildet.

Der Bescheid über das Ergebnis des Aufnahmeverfahrens wird in der Regel Ende März/Anfang April zugestellt, von vorherigen Rückfragen bitten wir abzusehen. Mündliche Auskünfte können nicht erteilt werden. Erfahrungsgemäß wird bis zum Beginn des Schuljahres durch Absagen aufgenommener Schülerinnen/Schüler ein Teil der vergebenen Plätze wieder frei. Die Schule benachrichtigt dann unverzüglich die Bewerberinnen/die Bewerber, die als nächste auf der Nachrückerliste stehen.

Hinweis: Da die Bewerbungsunterlagen nach der datentechnischen Erfassung für die Dauer der Aufbewahrung in Aktenordnern abgeheftet werden, müssen zu diesem Zweck Mappen, Klarsichthüllen und dergleichen entfernt werden. Folglich können die Kosten gleich eingespart werden. Dem Schulsekretariat wird damit die Arbeit erleichtert.

Die Anmeldung ist an folgende Anschrift zu richten:

Berufliche Schule des Kreises Stormarn
Schanzenbarg 2 a
23843 Bad Oldesloe

Prüfungen, Abschlüsse, Berechtigungen

Die Fachschule schließt mit einer Prüfung ab. Dieser Abschluss berechtigt zum Führen der jeweiligen Berufsbezeich­nung:

„Staatlich anerkannte Erzieherin/ Staatlich anerkannter Erzieher“

Gleichzeitig kann mit diesem Abschluss die Fachhochschulreife erworben werden, die zum Studium an den Fachhochschulen in allen Ländern der Bundesrepublik Deutschland berechtigt.

Kosten des Schulbesuchs und finanzielle Förderung

Der Schulbesuch ist kostenlos. Lernmittel werden im Rahmen der geltenden Bestimmungen zur Verfügung gestellt. Eventuelle Kostenbeiträge für Exkursionen, Klassenfahrten und besondere Aufwendungen in einzelnen  Unterrichtsfächern sind vom Schüler bzw. von der Schülerin zu tragen.

Die Maßgaben des AFBG (Aufstiegs-BAföG) zur Förderfähigkeit sind in der Vollzeitform erfüllt. Unter gewissen Voraussetzungen kann eine Bundesausbildungsförderung (BAföG) gewährt werden. Anträge sind beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung zu stellen.

Anträge für das Aufstiegs-BAföG sind an die Investitionsbank Schleswig-Holstein, Fleethörn 29 – 31, in
24103 Kiel zu richten. Weitere Informationen sind unter https://www.aufstiegs-bafoeg.de erhältlich.